
Ob er zu außergewöhnlichen Tageszeiten „auf die Pirsch“ geht oder Perspektiven sucht, aus denen man Altvertrautes noch nie gesehen hat – stets erregen seine eigenwilligen und künstlerisch anspruchsvollen Aufnahmen Staunen in einem doppelten Sinn: Entweder man stutzt über den wundersamen Blickwinkel, oder ist freudig überrascht über das wunderbare Ergebnis.
Immer aber weiß er den Betrachter so zu überraschen, dass das Staunenswerte an seinen Bildern die eigene Betrachtung produktiv macht: Es weckt die Lust, selbst einmal früh aufzustehen oder sich spätabends noch einmal aufzumachen, um „vor Ort“ zu erkunden, was einem diese außergewöhnlichen Aufnahmen vermittelt haben – doch nur, um das eine oder andere Mal feststellen zu müssen, dass man zwar am richtigen Ort ist, aber eben doch nicht zur richtigen Zeit: Man wird also noch einmal wiederkommen müssen...
So stimulieren Hermann Willers’ Bilder nicht nur auf subtile Weise die eigene produktive Betrachtung, sie stiften auch an zu eigenem intensivem Erkunden. Kann man von Werken der Kunst mehr erwarten?
Mit Texten von Werner Friedrich


Der Fotograf
Hermann Willers wurde 1966 in Rheine geboren. Nach einer Ausbildung zum Techniker für Gartenbau leitete er 15 Jahre lang den Familienbetrieb „Blumen Willers“. Die Fotografie war ihm dabei ein ständiger Begleiter. Hermann Willers ist Vater der Drillinge Jana, Carmen und Bastian. In seinem „zweiten Leben“ wurde Hermann Willers Fotograf: Nach einem Studium an der „Akademie für Photographie“ in Hamburg arbeitete er zunächst als Assistent in Osnabrück. Heute lebt er als freier Fotograf mit eigenem Studio in Rheine. Seine Schwerpunkte sind die Portrait- und die Industriefotografie. Der Bildband über Münster ist seine zweite Buchpublikation; weitere sind in Vorbereitung. „Ich liebe meinen Beruf; er ist ein großer Teil meines Lebens; er hilft mir, die Welt zu verstehen, aber auch, sie zu erklären.“
